06.09.2019
CIO

115-Millionen-Neubau für Krebspatienten

Ministerpräsident Laschet eröffnet Centrum für Integrierte Onkologie an der Uniklinik Köln

Es ist Deutschlands größtes Ambulanzgebäude für Krebspatienten. Auf annähernd 14.000 Quadratmetern, verteilt auf sieben Etagen, behandeln renommierte Experten ab November 2019 rund 24.000 Menschen, die mit einer Krebserkrankung jedes Jahr in die Uniklinik Köln kommen. Alle Disziplinen, die bisher an unterschiedlichen Orten auf dem Campus untergebracht waren, sind nun im Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) zentral angesiedelt. Heute (06.09.2019) ist das neue Gebäude im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, zahlreicher Wissenschaftler, Ärzte, Förderer und Patienten feierlich eröffnet worden.

Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich Univ.-Prof. Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender und Ärztlicher Direktor der Uniklinik Köln, ausdrücklich bei der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für die Förderung des CIO-Gebäudes mit mindestens 100 Millionen für den Bau und rund 15 Millionen Euro für die Erstausstattung. Er führte aus: „Unsere Spitzenmedizin befindet sich im Wandel. Die Behandlungsverfahren in der Krebsmedizin sind schonender geworden, wir können immer häufiger ambulant behandeln. Dies erfordert moderne Organisationsstrukturen, die hochspezialisiert und zugleich interdisziplinär sind. Im neuen Ambulanzgebäude sind alle Voraussetzungen für eine richtungsweisende moderne Behandlung von Krebspatienten an der Kölner Uniklinik realisiert.“

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte in seinem Grußwort: „Die Diagnose Krebs bringt viele Menschen in eine Ausnahmesituation. Neben einer auf sie persönlich zugeschnittenen, bestmöglichen Behandlung sind auch kurze Wege und die schnelle Vermittlung von Ansprechpartnern und Ärzten zentral. Auf diese konnten sich Patienten im onkologischen Spitzenzentrum der Unikliniken Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln bereits verlassen. Mit dem neuen Gebäude wird das Centrum für Integrierte Onkologie durch noch enger verzahnte Forschung zu einer noch stärkeren Allianz gegen Krebs. So wird Nordrhein-Westfalen zum Vorreiter bei der exzellenten Krebsforschung und -behandlung.“

Das neue CIO-Gebäude gruppiert sich um zwei Lichthöfe, von denen einer als Eingangs-Atrium dreigeschossig überdacht ist. Die klare Raumstruktur hilft ebenso bei der Orientierung wie ein Gestaltungskonzept auf den verschiedenen Etagen. Eine gute Orientierung und angenehme, helle Materialien waren den Patienten wichtig, die schon während der Planung intensiv mit einbezogen wurden.

Für das große psychoonkologische Angebot und den Verein „Lebenswert e.V.“ steht den Patienten des CIO das komplette Dachgeschoss mit einladender Dachterrasse, Bewegungs- und Kreativräumen zur Verfügung. Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und wiederholt Schirmherrin des CIO Patiententages, sagte hierzu: „Eine Krebsdiagnose bedeutet für erkrankte Menschen einen drastischen Einschnitt in ihr bisheriges Leben, häufig verbunden mit massiven und anhaltenden physischen und psychosozialen Folgen. Deswegen ist neben einer optimalen medizinischen Versorgung das Angebot einer begleitenden psychologischen Betreuung so wichtig. Ich bin sehr froh, dass wir mit dem neuen Gebäude nun in unserer Stadt Köln einen herausragenden Standort auch für die psychoonkologische Betreuung haben.“ Außerdem ist im neuen Gebäude die Onkologische Trainingstherapie zentral untergebracht. Die neue Trainingsfläche ist von der Eingangshalle aus gut zu sehen. Heute ist klar, Sport hilft nicht nur Krebs vorzubeugen, sondern auch dabei, Krebs zu heilen.

Auch die zahlreichen Studiengruppen, die den CIO-Patienten jedes Jahr rund 300 Klinische Studien zu onkologischen Fragestellungen anbieten, sind jetzt im neuen Gebäude präsent und können nah beim Patienten und in engem Austausch mit den behandelnden Ärzten arbeiten. Der Rektor der Universität zu Köln, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Axel Freimuth, griff den Aspekt der schnellen Überführung von Forschungsergebnissen in seiner Rede auf: „Erst vor kurzem konnten die Kölner Onkologen wegweisende Ergebnisse zur Behandlung von Leukämie vorstellen. Eine neuartige Therapie kommt ohne eine begleitende Chemotherapie aus. Erkenntnisse, gewonnen in einer klinischen Studie, verändern unmittelbar die ärztliche Praxis. Hier wird der gesellschaftliche Nutzen freier Wissenschaft besonders deutlich. Exzellente medizinische Forschung, die unmittelbar dazu beiträgt, Leid zu mindern und das Leben der Menschen zu verbessern – das ist ein erklärtes Ziel unserer Universität. Dafür stehen die Kölner Universitätsmedizin und das Centrum für Integrierte Onkologie in besonderem Maße.“

Der interdisziplinäre Ansatz ist bezeichnend für das neue Gebäude und findet sich auch wieder in den rund 25 Tumorboards, die künftig jede Woche im Erdgeschoss des CIO stattfinden werden. Bis zu zehn verschiedene Fachdisziplinen erarbeiten dabei gemeinsam die optimale Therapieempfehlung für jeden Patienten. Zu den vernetzten, interdisziplinären Strukturen in der Versorgung sagte Dr. h.c. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe: „Als die Deutsche Krebshilfe 2008 ihr Programm der Onkologischen Spitzenzentren aufgelegt hat, war das CIO in Köln – gemeinsam mit seinem universitären Partnerstandort Bonn – eines der ersten vier geförderten Zentren in Deutschland. Wir kennen es seitdem als forschungsstarke und für die Versorgung von Krebspatienten herausragende interdisziplinäre Einrichtung. Mit dem neuen Gebäude setzt das CIO Köln jetzt auch neue Maßstäbe für richtungsweisende Versorgungsstrukturen in der Krebsmedizin.“

Auf vier Ebenen werden den Patienten rund 30 verschiedene Spezialsprechstunden angeboten. Ein ausgefeiltes Cluster-Konzept ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Arzt- und Therapieräumen an verschiedenen Tagen durch interdisziplinäre Teams. Tumorpatienten haben einen hohen Beratungsbedarf und mitunter eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Aus diesem Grund sind im CIO auch die Ernährungsberatung, komplementärmedizinische Sprechstunden und der Sozialdienst untergebracht.

„Ich kenne das CIO seit vielen Jahren. Aus internationaler Perspektive sehe ich in Zukunft einen weiteren Ausbau der vernetzten Forschung. Vor allem die digitale Integration von klinischer Forschung und Patientenversorgung steht in den kommenden Jahren an. Ich bin sicher das CIO wird diese Trends in der Krebsforschung nicht nur begleiten, sondern auch weiterhin aktiv mitgestalten. Außerdem ist mit dem neuen regionalen Kooperationsmodell Centrum für Integrierte Onkologie – CIO Aachen Bonn Köln Düsseldorf bereits die nächste Stufe der Krebsversorgung und -forschung eingeleitet“, sagte Prof. Dr. Alexander Eggermont, Direktor des Instituts Gustave Roussy (Paris) und Vorsitzender des internationalen Gutachtergremiums für die Onkologischen Spitzenzentren (Comprehensive Cancer Center) der Deutschen Krebshilfe.

Der siebengeschossige Neubau entstand nach Plänen der medfacilities GmbH, einer Tochterfirma der Uniklinik Köln. Darauf basierend entstand der gemeinsame Entwurf von kadawittfeldarchitektur für die markante Fassade des CIO. Die roten und grünen Lamellen an der Fassade nehmen dabei das Farbkonzept der umgebenden Gebäude auf.

Zum Abschluss der feierlichen Eröffnung des CIO sprach der Initiator des Gebäudes und Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie der Uniklinik Köln, Univ.-Prof. Dr. Michael Hallek: „Das neue CIO-Gebäude ist vor allem von der Perspektive unserer Patienten her gedacht: Alle wichtigen Leistungen stehen jetzt unter einem Dach für sie bereit. Ich hoffe, sie werden in jeder Phase ihrer Behandlung hier spüren, dass wir mit dem CIO ein richtungsweisendes Gebäude der modernen Krebsmedizin und Krebsforschung geschaffen haben, in dem sie sich trotz ihrer schweren Erkrankung gut aufgehoben und geborgen fühlen können.“

Noch ist das Gebäude – der größte Klinikneubau auf dem Gelände der Uniklinik Köln seit den 1970er Jahren – nicht bezogen. Die ersten Abteilungen ziehen im November 2019 ein. Bis Ende Februar 2020 sollen alle Umzüge ins CIO abgeschlossen sein.

Architekturfotos und Fotos vom Tag der Eröffnung unter:

https://www.uk-koeln.de/patienten-besucher/centrum-fuer-integrierte-onkologie/eroeffnung-des-cio-koeln/

Film-Rohmaterial auf Anfrage unter:

presse@uk-koeln.de

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