Organfibrosen sind krankhafte Vermehrungen von Bindegewebe in Organen wie Leber, Niere oder Herz. Sie sind weltweit ein gravierendes medizinisches Problem und direkt oder indirekt für rund 45 Prozent aller Todesfälle verantwortlich. Trotz hoher Krankheitslast existieren bislang kaum wirksame ursächliche Therapien. Hier setzt FIBRO-NET, ein neuer Forschungsverbund zur Entwicklung innovativer Wirkstoffe gegen Organfibrosen an, an dem auch die Uniklinik Köln beteiligt ist. Gesünder.IN.NRW fördert das Projekt ab sofort für drei Jahre mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Neben der Uniklinik Köln gehören auch das Fraunhofer ITEM, die Universität Tübingen, das Deutsche Diabetes Zentrum und die CureDiab Metabolic Research zu den insgesamte fünf Partnern an vier Standorten.
Weltweit benötigen über 500 Millionen Patienten dringend neue Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere für metabolisch induzierte Organfibrosen. Ziel von FIBRO-NET ist es, einen pharmazeutischen Wirkstoff zu entwickeln, der gezielt fibrotisches Gewebe adressiert. Der Verbund setzt auf eine schnelle, effektive und sichere Entwicklung innovativer antifibrotischer Medikamente mit dem übergeordneten Ziel, neue therapeutische Optionen für Patienten zu schaffen.
Die Forscherinnen und Forscher der Uniklinik Köln bringen ihre wissenschaftliche Expertise im Bereich der Bindegewebs- und ECM-Biologie in das Konsortium ein. Beteiligt ist das Forschungslabor für Bindegewebserkrankungen unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Sengle an der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Der Kölner Forschungsbeitrag konzentriert sich insbesondere auf die Analyse von Mechanismen der extrazellulären Matrix, die für die Entstehung und Progression von Fibrosen entscheidend sind. Durch diese Expertise trägt die Uniklinik Köln maßgeblich dazu bei, molekulare Angriffspunkte für neue antifibrotische Wirkstoffe zu identifizieren.
